der angenebm war, ohne affectirt zu ſein.— Seine edle Offenherzigkeit gewann ihm die Herzen Aller. „Er war mitllerer Größe, aber gut gebaut; er hatte eine ſchöne Geſichtsfarbe, eine Avlernaſe, große und leb⸗ hafte Augen, eine hohe und breite Stirne, und ſein Haar war in der Jugend braun geweſen: der Geſammtein⸗ vruck ſeiner Geſichtszüge war ein angenehmer und maje⸗
ſtätiſcher.
„Seine Regierung war ſtets väterlich geweſen; ſeine größte Freude war das Glück ſeines Volkes, und dieſe Freude zieht keine Unruhe und keine Reue nach ſich.
„Die Nachricht von ſeinem Tode breitete über ganz Frankreich einen Trauerſchleier aus; derſelbe Schmerzens⸗ ſchrei wurde überall vernommen:»Wirhabenunſern Vaterverloren!«
„Ein übereinſtimmender Beſchluß wurde von allen Thei⸗ len Frankreichs gefaßt; Heinrich lv. wurde von allen Fran⸗ zoſen einſtimmig als der Große verkündigt. Welcher Un⸗ terſchied zwiſchen dieſem Tribute des Dankes, der aus dem Herzen kam, und demjenigen, den die Schmeichelei leben⸗ den Monarchen zollte, welche verächtlich, Verſchwender, ruhmſüchtig und verfolgungsſüchtig waren!“
Der Stallmeiſter hielt hier in ſeiner Erzählung inne; ich war ein freier Mann, und konnte mich deſſen ungeach⸗ tet nicht erwehren, dieſem unumſchränkten Herrſcher Thrä⸗ nen zu weihen, einem Herrſcher, den ich lange Zeit ver⸗ fluchte, und veſſen große Eigenſchaften ſeine Schwächen weit überſtrahlten.


