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muthigten die Mißvergnügten zum Ausbruche; aufrühre⸗ riſche Prediger, vorzüglich ein gewiſſer Pater Gontieri, wagten es, den König von der Kanzel der Wahrheit herab ims Lächerliche zu ziehen: ſie ſpotteten über Liebſchaften, welche ſo wenig zu ſeinem Alter paßten, ſie gaben ſich den Schein, als bedauerten ſie das traurige Schickſal der Kö⸗ nigin, welche der Liebe ſo würdig war, die ihr Gemahl an geſunkene Weiber verſchwendete. Heinrich wollte zuweilen dieſe Unverſchämten beſtrafen, aber bald behielt ſeine na⸗ türliche Güte die Oberhand.»Ach!« ſagte er mit dem Ausdrucke der tieſſten Traurigkeit zu Sully,»erſt wenn ich nicht mehr ſein werde, wird man einſehen, was ich werth war.« Dieſe Worte waren prophetiſche.
„Maria war ſeit neun Jahren verheirathet, und war noch nicht gekrönt worden; dieſe Ceremonie kam allen Königinnen von Frankreich zu, ſie glaubte daher, daß der König dieſelbe nur aus Verachtung gegen ſie aufſchiebe: ſie ließ ihm keine Ruhe, bis er envlich ſeine Einwilligung zu ihrer Krönung gegeben hatte. Der König benahm ſich bei derſelben mit ſeiner gewöhnlichen Traurigkeit, und kehrte davon zurück von ſchwarzen Vorahnungen gefoltert, die ihn nicht mehr verließen und die nur allzubald in Er⸗ füllung gehen ſollten.
„In der That ſtieg er Tags darauf, am 14. Mai 1610, in ſeinen Wagen mit noch einigen Herren, und befahl ſei⸗ nem Kutſcher, ihn nach dem Arſenal, wo Sully wohnte, zu fahren; er wollte ſeine Befürchtungen in den Buſen dieſes treuen Freundes ausſchütten. Das Wetter war prächtig,


