Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
Einzelbild herunterladen

lich an Mariannen, indem er ihr zulächelte; ſie erröthete und ſchlug den Blick zu Boden.

Als er erfuhr, daß André den Herrn Caspar von Co⸗ ligny perſönlich gekannt habe, daß ich in vertrautem Um⸗ gange mit dem Marſchall von Biron gelebt, dann, daß ich mich Heinrich dem Dritten und dem Könige von Navarra nähern gedurft, auch, daß ich in mannigfachen Beziehun⸗ gen zu dem Herzoge von Guiſe geſtanden habe, war er nun ſeinerſeits ſehr erſtaunt; indeſſen ſchien er ohngefähr ſech⸗ zig Jahre alt zu ſein, und dieſes Alter iſt nicht mehr das des unbedingten Vertrauens. Er richtete daher viele auf Einzelnheiten hinzielende Fragen an uns, weil er, wie er ſagte, ſehr gern von Frankreich ſprach; wir ſahen deut⸗ lich, daß dies nur ein Vorwand war, den er hervorgeſucht halte, um ſeinen Wunſch, ſich davon zu überzeugen, ob wir lügenhafte Abenteurer ſeien oder nicht, damit zu be⸗ mänteln.

Unſere Antworten waren ſehr klar und deutlich; wir theilten ihm ſogar Dinge mit, von welchen er, ſo klug er war, gar keinen Begriff haben konnte, welche ſich aber doch ganz natürlich an die Thatſachen, die wir ihm erzählten, anſchloſſen; von nun an behandelte er uns mit der außer⸗ ordentlichſten Hochachtung, und begann jetzt auch ſeiner⸗ ſeits zu erzählen: das war auch nicht mehr als billig.

Katharina von Medicis ſetzte bald die Proteſtanten den Katholiken, bald die Katholiken den Proteſtanten entge⸗ gen; ſie wollte keine von den beiden Parteien ganz ver⸗ nichten, weil die Zwiſtigkeiten derſelben ſie ihrem Sohne