Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Karl dem Neunten ganz unentbehrlich machten und ihr An⸗ ſehen aufrecht erhielten: ſo entſcheiden die Privatabſichten und Leidenſchaften der Großen oft über die Schickſale ihrer Völker.

Im Jahre 1566 commandirten Condé und Coligny zahlreiche und furchtbare Truppen, eine einzige gewonnene Schlacht konnte dieſelben ſehr gefahrbringend machen; Katharina beſchloß aber den bürgerlichen Krieg wieder an⸗ zufachen und ſuchte daher bei fremden Mächten um Unter⸗

ſtützungen nach. Sechstauſend Schweizer zogen unter den.

Befehlen des Generals Pfiffer in Frankreich einz Herr Zambeck, unſer Landamman, war Hauptmann in einem dieſer Regimenter geweſen.

Er erzählte uns, wie die Schweizer den König und die Königin⸗Mutter, welche Condé und Coligny eben im Be⸗ griffe ſtanden zu Monceaur aufzuheben, befreiten und nach Paris führten; er verbreitete ſich mit wahrem Beha⸗ gen über ihre Tapferkeit und über die wohlberechneten

Manövers Pfiffers, welche die Schlacht von Saint⸗De⸗

nis entſchieden. Der Sieg der Königlichgeſinnten war zwar von keinen ſehr großen Reſultaten gefolgt, weil die Königin Eliſabeth von England dem Prinzen von Condé Geld und Truppen zuſchickte; die Wage ſtand aber nun beinahe ganz gleich zwiſchen den Katholiken und den Re⸗ formirten, Katharina hatte nicht mehr nöthig weder Co⸗ ligny noch die Guiſen zufürchten, und unterzeichnete daher den Frieden zu Longjumeau im Jahre 1568. Die Schwei⸗ zer kehrten nun wieder in ihre Berge zurück.