Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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wir waren ſo froh, uns nur wieder einmal unter Menſchen zu befinden. Wir entſchädigten unſere Wirthe dadurch, daß wir ihnen einige Flaſchen von unſerem beſten Weine anboten; ſie tranken nur ſehr ſelten Wein, und deshalb machte ihnen das Geſchenk auch ſehr großes Vergnügen.

Sie wollten uns durchaus nicht auf unſeren großen Karren ſchlafen laſſen. Ehe man eine Hand umdrehen konnte, hatten ſie unſere Betten von denſelben herunterge⸗ nommen und in ihren Hütten aufgeſchlagen. O, wie gut man ſchläft, wenn man müde iſt, wenn man beſorgt ge⸗ weſen iſt und ſich endlich wieder einmal in Sicherheit be⸗ findet.

Wir gelangten den Tag darauf bis nach Silenenen, und den zweiten Tag darauf kamen wir in Altdorf, dem Hauptorte von Uri an.

Dieſer Marktflecken iſt ziemlich beträchtlich; er iſt der Mittelpunkt des kleinen Tauſchhandels, welchen die Be⸗ wohner dieſes Cantons unter einander treiben, und es eirculirt in demſelben auch ein wenig Geld von geringer Währung. Man findet daſelbſt noch die Trümmer von Befeſtigungswerken, welche während des ſchweizeriſchen Unabhängigkeitskrieges errichtet worden ſind. Altdorf liegt in einem Thale, und ſeine Lage mußte Leuten, welche die Wiege Wilhelm Tells retten wollten, dieſe Maßregel zu einer unumgänglichen machen. Von allem Dem iſt freilich Nichts übrig geblieben als ein Thurm, welcher ihm ge⸗ weiht iſt und auch ſeinen Namen trägt; dieſer wird mit der größten Sorgfalt immer in gutem Stande erhalten.