eines von ihnen auf Wache; wenn dieſes nun einen Men⸗ ſchen, einen Adler oder einen Hund bemerkt, ſo ſetzt es die Heerde durch eine Art von Pfeifen davon in Kenntniß; fie
beeilen ſich dann wieder in ihre Höhlen zurückzukehren, und die Schildwache iſt es, die den Marſch beſchließt.
Sie gebären nur ein Mal im Jahre, und ihr Wurf find vier bis fünf Junge; diejenigen, welche der Beharr⸗ lichkeit der Jäger dennoch entgehen, leben neun bis zehn Jahre.
Wir waren jetzt an der Thüre des Pfarrhofes ange⸗ langt; der Pfarrer lud mich ein, hineinzutreten.„Ich glaube nicht,“ ſagte er zu mir,„daß Sie eben ſehr große Eile haben in Appenzell anzukommen; der Canton von Uri, obgleich er nur einen ſehr beſchränkten Umkreis ein⸗ nimmt, iſt doch der Beobachtung der Reiſenden nicht un⸗ werth.“—„Ja, ebenſo beſchränkt wie Ihr Dorf und ſeine Hütten.“—„Es iſt auch nicht nöthig, daß die Hütten un⸗ ſerer Landleute groß ſeien, weil ſie ſich in denſelben, außer in der Nacht, faſt gar nicht aufhalten; ihre geringe Feſtig⸗ keit ſetzt Sie auch in Erſtaunen, das iſt wohl nur die Wir⸗ kung davon, daß Sie es gewohnt ſind, in ſchönen ſteiner⸗ nen Gefängniſſen oder gar in Feſtungen ſelbſt zu leben: in denſelben waren Sie von Allem, was Sie umgab, ab⸗ hängig gemacht. Dieſe Hütten dagegen ſcheinen Denjeni⸗ gen, welche ſie bewohnen, ſchön, weil ſie keinen erhabene⸗
ren Bauſthl kennen und weil ſie in denſelben frei leben. Wenn ein Krieg zwiſchen Deutſchland und der Schweiz ent⸗ brennen würde, ſo würden ſie ohne Bedauern eine Woh⸗
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