Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Murmelthiere wenigſtens ebenſo erfinderiſch als die Bi⸗ ber ſind.

Die Wärme ihres Blutes beträgt nur zehn Grad, und nichtsdeſtoweniger leben ſie doch mitten unter Schnee und Reif; daher ſchließen ſie ſich auch bei Annäherung der böſen Jahreszeit in ihre Behauſung ein, ſie verſtopfen dann den Eingang zu derſelben ſo feſt und dicht, daß es leichter iſt, die Erde an jeder andern Stelle ringsumher, als gerade an dieſem Punkte zu durchbrechen; da liegen ſie nun zehn bis zwölf über einander gerollt, wie ein Ro⸗ ſenkranz, den man in eine Schachtel eingepackt hat.

In dieſe ihre Wohnung nun haben ſie durchaus keine Mundvorräthe mitgenommen, die Natur hat ſie ſo orga⸗ niſirt, daß ſie derſelben gar nicht bedürfen; ſie ſchlafen den ganzen Winter über, und zwar oft einen ſo tiefen Schlaf, daß die Jäget ſie mit ſich nach Hauſe tragen, ohne daß ſie erwachen. Sie ſind zu dieſer Zeit immer ſehr fett, und es giebt deren, welche bis zu zwanzig Pfund wiegen; ihr Fleiſch, obgleich ölicht und voll von Faſern, wird doch von den Bergbewohnern, die nicht allzu verzärtelt ſind, ſehr gern gegeſſen; ihr Fett iſt ein mächtiges mediciniſches Mittel gegen rheumatiſche Schmerzen, ihr Fell hat aber ſehr wenig Werth.

Die milde Wärme der Aptilſonne erweckt ſie, jedoch ſind ſie dann von außerordentlicher Magerkeit; ihr Fett hat ſie während der vier oder fünf Monate ernährt; dann verlaſſen ſie ihre Höhlen, aber entfernen ſich doch nicht ſehr weit von ihrem Baue. Während ſie weiden, ſteht