Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Wir ſtiegen bei dem Herrn Pfarrer ab; dies war ein einfacher und guter Mann, welcher niemals von Politik ſprach, weil die Prieſter, wie er ſagte, nicht dazu angeſtellt ſeien, um zu regieren, ſondern um zu beten. Er hörte die Büßenden in dem Beichtſtuhle an, fragte ſie aber niemals aus; er miſchte ſich nicht in die häuslichen Streitigkeiten ein, außer vielleicht um uneinige Gatten mit einander zu verſöhnen; er beſuchte die Kranken, tröſtete ſie und gab Allen das Beiſpiel der reinſten Sitten. Der Biſchof von Limoges und noch viele Andere hätten zu dieſem Manne da in die Schule gehen ſollen.

Wir erzählten ihm genau Alles, was vorgegangen war, und wir baten ihn, unſere jungen Leute da zu verei⸗ nigen. Unſere Bitte ſchien ihm gerecht zu ſein; wir brachen Alle mit einander auf, um uns in die Kirche zu begeben: ſie war in einem Augenblicke voll von Neugierigen.

Der Pfarrer erſchien auch bald in ſeinen prieſterlichen Gewändern; er trug das heilige Buch der Evangelien offen auf ſeinen beiden Händen, ließ nun Joſeph herantre⸗ ten und nahm ihm ſeinen Eid unter den gebräuchlichen Ceremonien ab. Dann richtete er eine kräftige Ermahnung an Diejenigen, welche junge Leute ihren friedlichen und nützlichen Arbeiten entreißen, um ſie mit ſich in die Berge zu führen, wo fortwährend ſich erneuernde Gefahren, ja zuweilen ſogar der Tod ihrer harren. Der Gemsjä⸗ ger war auch gerade in der Kirche; er näherte ſich mit

erknirſchter Miene, legte die Hand auf das Evangelium und leiſtete nun auch ſeinerſeits denſelben Eid. Das Antlitz