Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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fahren und dem Hochzeitszuge ein gewiſſes Anſehen zu geben. Jutta und ihr Vater waren ſchon weit von uns; wir zogen nun unſere Kuhhirtenanzüge aus und m uns in beſſere Kleider.

Der Vater und die Tochter kamen ſehr bald zu in der That hatte die Toilette Jutta's eben nicht viel Zeit in Anſpruch genommen: ein weißes Hemd und neue Schuhe waren die bemerkenswertheſten Stücke, welche dieſer Klei⸗ derwechſel darbot, aber dafür war ſie mit ſiebzehn Jahren geſchmückt.

Bei den Frauen beſteht das Nothwendige immer auch ein klein wenig mit in dem Ueberflüſſigen; Clara und Ma⸗ rianne hatten ſich einige Ellen Bänder, die ſie von Lucker genommen hatten, aufbewahrt, jetzt entſchlugen ſie ſich der⸗ ſelben auf die freigebigſte Art. Während Elara das ein wenig allzueinfache Mieder Jutta's mit Maſchen verzierte und den Saum ihres Rockes damit bedeckte, ordnete ihr Ma⸗ rianne mit vielem Geſchmack und Anmuth die Haare; die Kleine ſelbſt war ganz entzückt, Joſeph aber verſchlang ſie faſt mitden Augen, denn er hatte ſie noch niemals ſo ſchön ge⸗ ſehen. Bertrand bat um ein Stück Band, es oben an ſeinem Peitſchengriff zu befeſtigen, und um ein zweites, es in ſein Knopfloch zu ſtecken: das war unumgänglich nothwendig.

Wir zogen mit einer Pracht in das Dorf ein, welche damals in dem ganzen Lande noch unerhört war. Die Bewohner des Dorfes eilten von allen Seiten herbei und Werdaff rief ihnen zu:Er muß es auf das Evangelium beſchwören!