Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ganz glücklich fortleben; was ſollte ſie aber anfangen, wenn er ihr zwei oder drei Kinder zurückließe?«

Wir zankten unſern Sohn tüchtig aus, als er zurück⸗ kehrte; er lief raſch zu dem Nachbar und traf Jutta ganz in Thränen. Er verſprach ihnen Beiden, nicht mehr auf die Gemsjagd zu gehen; der Vater ſowohl als die Tochter beruhigten ſich, und der Tag der Hochzeit wurde zum zweiten Male feſtgeſetzt.

Zwei Tage vor derſelben ſagte der Jäger zu ihm, daß eine Gemſe das Hochzeitsmahl ſehr verherrlichen würde; man dürfe nur nicht erfahren, wer ſie geſchoſſen habe, das ſei auch ſehr leicht zu verbergen; kurz, er riß ihn wieder mit ſich fort.

Aber unſer Nachbar hatte ein aufmerkſames Auge auf ihn gehabt; er ſagte ihm, als er zurückkehrte, daß ein bra⸗ ver Schweizer niemals ſein Wort breche, und daß er daher niemals ſein Schwiegerſohn werden würde. Jutta weinte noch immer, Joſeph gerieth in die furchtbarſte Ver⸗ zweiflung; wir wollten ihn tröſten ſo gut es ging, aber kann man einen jungen Menſchen tröſten, welcher ſeine Geliebte verloren hat? Er ſchien zwar endlich etwas ruhi⸗ ger zu werden, aber er täuſchte uns nur.

Dieſen Morgen find dreitauſend Schweizer hier durchgezogen, Sie müſſen denſelben begegnet ſein; Joſeph ſagte zu uns, daß er feſt entſchloſſen ſei, ſich an ſie anzu⸗ ſchließen, und umarmte uns zärtlich. Ich benetzte ſeine Hände, die ich feſt in den meinen hielt, mit Thränen; ſein Großvater gab ſich alle mögliche Mühe, ihn zurückzuhalten