Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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immer erwarten durften, und er war ganz glücklich, wenn er ſeinem Großvater einen Schweißtropfen erſparen konnte: wir lebten nur noch in ihm.

Unſer Nachbar Werdaff, dort ſteht ſeine Hütte, ſehen Sie wohl? unſer Nachbar hat ein hübſches kleines Töch⸗ terchen, wAches gerade um vier Jahre jünger iſt als Joſeph. Dieſe beiden Kinder nun ſchienen ſich niemals aufzuſuchen und begegneten ſich doch immer; ſie liebten einander, ſie ſagten es ſich auch, und wir waren ſehr froh darüber.

Unſer Nachbar hat zwei Kühe, und wir haben deren nur eine; er hat vier Ziegen, und wir nur zwei; er hat eine Wieſe, und wir haben kein Fleckchen Erde, welches wir unſer eigen nennen könnten. Werdaff, einfach und be⸗ ſcheiden ſo wie wir, ſo wie alle guten Schweizer, ſagte, daß tüchtige Arme ſo viel werth ſeien als Reichthümer, und daß unſere Kinder einſt ein ſehr hübſches Paar abge⸗ ben würden.

Sonntags gingen ſie Arm in Arm mit einander in die Kirche; wir folgten ihnen in einer kleinen Entfernung, und wir lachten über die kleine unſchuldige Koketterie, mit der ſie ſich gegen einander benahmen. Nach Beendigung des Gottesdienſtes ließ der Herr Pfarrer die Kinder ſich rings um ihn niederſetzen, und ſie mußten nun ihren Katechismus repetiren; er befragte dabei unſern Joſeph immer zuletzt, weil dieſer ſtets beſſer als alle übrigen antwortete und weil der gute Prieſter die Fähigkeiten ſeines Lieblingsſchülers gern in das hellſte Licht ſetzen wollte.