Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
Einzelbild herunterladen

203

und dieſes Bärenfell hat uns ſeitdem immer als Bett ge⸗ dient; da war es, wo wir jeden Morgen und jeden Abend für unſere armen Kinder beteten.

Fauftine ſollte gerade in die Wochen kommen, als dieſes traurige Ereigniß ſtattfand; alle Bauern der Umgegend waren herbeigeeilt, um ſich bei Makleer zu bedanken und ihm Grütze und Käſe zum Geſchenke anzubieten; ſie nah⸗ men auch das Kind, welches unſere Tochter gebar, in ihre Arme auf: die traurige Mutter folgte ihrem Gatten nach acht Tagen in das Grab.

Wir blieben allein mit einem neugeborenen Kinde, welches ich nicht aufſäugen konnte; der Gram verzehrte uns faſt, der Herr Pfarrer beſuchte und flößte uns wieder Hoffnung ein, und richtete unſern Muth wieder auf: er beſtimmte uns dazu, für das hilfloſe Kind zu leben, welches allein uns für die Verluſte, die wir erlitten hatten, tröſten konnte.

Wir hatten eine junge, ſehr weiße und ſehr ſanfte Ziege, dieſe wurde nun die Amme Joſephs; Makleer war erſt funfzig Jahre alt, er arbeitete rüſtig und wir lebten. Joſeph wuchs heran; es ſchien, als würde er ſchön wie ſeine Mutter und ſtark wie ſein Vater werden. Jeder⸗ mann lachte über ſeine kleinen Schwänke und ſagte, daß das Kind vielen Geiſt verrathe; der Herr Pfarrer gefiel ſich varin ihn zuunterrichten, weil er gute Naturanlagen hatte.

Dieſes liebe Kind nun ſah bald ein, daß ſein Großvater immer älter werde und daß er der Hilfe bedürfe; er that paher Alles, was wir von ſeinen ſchwachen Kräften nur