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einem Lande, deſſen Sitten ſo mild ſind, geſchehen kann,
daß ſich Niemand findet, der ſie zu tröſten ſuchte, oder der
wenigſtens ihren Schmerz theilte.“—„Es giebt Leiden,“ erwiderte Wenta,„über welche Troſtgründe gar keine Macht haben.“ Wir drangen nun in ſie, ſich zu erklären.
Es war nun fuͤnfzig Jahre her, daß ſie Makleer ge⸗ heirathet hatte, und niemals hatte ſich noch eine Wolke
zwiſchen ihnen erhoben. Eine Tochter war die einzige
Frucht ihrer Liebe, und ſie verheiratheten dieſelbe, wie es ihr Herz begehrte; Ludger, der Mann Fauſtinens, war ſtark
und muthig.„Ein Bär hatte die Heerden in unſern Bergen angegriffen, zwei Hirten hatten dieſelben vertheidigen
wollen und dabei ihr Leben eingebüßt. Von nun an wagte es Niemand mehr die Heerden auf die Weiden hinauszu⸗
führen, und noch weniger wagte man es, das gefräßige Thier zu bekämpfen.
„Eines Morgens umarmte Ludger ſeine Frau zärtlicher und länger als gewöhnlich, verließ dann die Hütte, ohne irgend Einem von uns auch nur ein Wort zu ſagen; er drehte ſich mehrmals um, um uns noch ein Mal anzuſehen,
dann ging er fort— er hatte ſich geopfert.
„Wir glaubten ihn mit ſeiner Tagesarbeit, welcher er
auch ſein tägliches Brot verdankte, beſchäftigt; aber die Sonne kündigte ſchon die Stunde des Mahles an und Lud⸗ ger kehrte noch immer nicht zurück. Fauſtine, müde immer nur nach dem Wege auszuſchauen, welchen er gewöhnlich einſchlug, lief nach dem kleinen Felde, das er bebaute; Ludger befand ſich auch dort nicht.


