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lebt in Gemeinſchaft mit den ſogenannten Steinböcken und mit den wilden Ziegen.
Sie kennt den Menſchen, fürchtet ihn und weicht ihm mit Scharfſinn aus; dieſe Thiere verſammeln ſich ziemlich häufig auf großen freien Plätzen, ermangeln dann aber nie⸗ mals, an jedem Zugange zu denſelben Schildwachen aufzu⸗ ſtellen. Dann weiden ſie in Sicherheit weiter: aber auf ein gegebenes Signal, eine Art von Pfeifen, ergreift die ganze Heerde die Flucht, zerſtreut ſich und verſchwindet. Sie wen⸗ den auch dieſelbe Kriegsliſt an, um den Bären zu entge⸗ hen, welche eben keine Seltenheit in den Alpen ſind.
Die Jagd auf die Gemſen, obwohl fie eine ſehr gefähr⸗ liche iſt, beſchäftigt doch eine ziemlich große Anzahl Be⸗ wohner der Schweiz; man muß dem Thiere von Felſen zu Felſen, welche noch dazu faſt alle von Abhängen umgeben find, nachfolgen, und doch entkommt es zuweilen, indem es über Abgründe hinwegſetzt, welche das menſchliche Auge nur mit Entſetzen meſſen kann. Es mißt genau die Entfer⸗ nungen ab, und zuweilen erwartet es ſogar den Zäger, bis es ſieht, daß er bereit ſei zu ſchießen; dann ſpringt es auf ſeinen Jüßen, welche wirklich elaſtiſch zu ſein ſchei⸗ nen, fort und täuſcht durch ſeine Schnelligkeit die Hoffnun⸗ gen ſeines Verfolgers.
Der Jäger läßt ſich aber nicht entmuthigen; er folgt dem Thiere langſam und ſucht ihm den Wind abzugewin⸗ nen, damit das Geräuſch, welches er nothwendigerweiſe
verurſacht und die Ausdünſtungen, die von ſeinem Körper ausſtrömen, die Gemſe nicht von der Gefahr, von der ſie 19*


