Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Du weinſt, mein Kind? Ich war zornig geworden und habe das größte Unrecht dabei gehabt. Der Zorn iſt eine der ſieben Todſünden, nimm dieſen Thaler und verzeihe mir. Ich ſah ein, daß ich eine gute Handlung begangen habe, und fühlte mich dadurch erleichtert. Ich glaube, daß der Menſch von Natur aus zum Guten geneigt iſt und daß ſeine Leidenſchaften allein ihn davon entfernen.

Als Javotte das Betzimmer verlaſſen hatte, betete ich. Ich wußte nicht, was ich von meinem Schutzheiligen ver⸗ langen ſolle, und ſobald man kein beſtimmtes Ziel hat, iſt man Zerſtreuungen unterworfen. Ich betrachtete maſchi⸗ nenmäßig den Gefährten des großen heiligen Anton.Der Meiſter lebte in der Wüſte, ſagte ich zu mir ſelbſt.Es iſt wahrſcheinlich, daß ein Eber, welchen er gefüttert hat, ſich an ihn gewöhnte ein Eber!.. Die Großen fin⸗ den doch ſo viel Vergnügen daran, dieſe Art von Wildpret zu jagen. Warum ſollte nicht auch ich jagen?

Es iſt unbeſtreitbar, daß jeder glückliche Gedanke uns von Oben kommt, und ich dankte meinem Schutzheiligen für dieſen, den er mir ſoeben eingeflößt hatte. Ich lief zu Colomben.Meine theure Freundin, man bedarf unter Deinen Umſtänden kräftiger aber leichter Nahrungsmittel; ein Rebhuhn, eine Wachtel würden etwas Abwechſelung in die Gerichte, die man Dir aufträgt, bringen. Ich will jagen gehen.Du wirſt wohl daran thun, mein Freund. Sie wollte nun ihrerſeits, daß ich ein kleines Häubchen bewundere, welches ſie ſoeben fertig gemacht hatte. Es war auch in der That ſehr niedlich.