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und ſo hat denn in dieſer Beziehung Ihre Eigenliebe keine
Verletzungen zu fürchten.“—„Aber die Perſonen von un⸗
ſerer Bekanntſchaft werden ja erfahren.—„Ich will ſie lieber ſagen hören, daß Madame André eine gute Kö⸗ chin iſt, als eine ungeſchickte und folglich lächerliche Bürgers⸗ frau.“—„Aber ihre Eitelkeit..“—„Die Tochter eines Laſtträgers muß ſich damit zufriedengeftellt finden, die Rolle der erſten Dienerin im Schloſſe de la Tour zu ſpie⸗ len.“—„Aber Du ſelbſt.—„JIch, mein Herr, ich kenne nur zwei Klaſſen von Frauenzimmern, die, welche hübſch ſind, und die, welche es nicht ſind. Nun gehört aber Madame André unbeſtreitbar zu der erſten Klaſſe und ge⸗ rade mir kann nun am wenigſten daran gelegen ſein, ob ſie ihre ſchönen Formen unter Seide oder unter Linnen verhüllt.
„Sehen Sie, mein Herr, man begegnet in der Welt nur deshalb ſo viel gequälten oder unglücklichen Leuten, weil ſich Jeder über ſeinen Stand erheben will. Wenn jeder Wunſch erfüllt werden könnte, ſo würden alle Men⸗ ſchen zu den höchſten Würden gelangen und weder Bäcker noch Weinbauer hinter ſich zurücklaſſen. Die Chineſen find um ſehr Vieles weiſer als wir: ſie erlauben den Kindern nicht das Gewerbe ihres Vaters zu verlaſſen. Daraus er⸗ giebt ſich nun, daß Jeder ſein Gewerbe gut betreibt, und dann ſind, wie ein altes Sprichwort ſagt, die Kühe wohl gehütet. Clara ſoll Köchin bleiben.“
—„Aber, André, was würde denn nach Deinem Sp⸗ ſteme aus dem edlen Wetteifer werden?“—„Epler Wett⸗


