von den Neuvermählien, je nach ihren Vermögensumſtän⸗ den und der Pracht, welche ſie mit der Trauung verbun⸗ den wiſſen wollen, Geld erheben. Nicht, als ob ich geſon⸗ nen ſei, ein Sacrament zu verkaufen, aber ich werde den feſtgeſtellten Preis unter dem Titel eines Honorars ein⸗ nehmen. Wie Schade, daß Herr de la Tour ſchon verhei⸗ rathet iſt. Sein Hochzeitstag hätte mir wenigſtens zwanzig Livres eintragen müſſen.“
Der Herr Pfarrer entfernte ſich vollkommen zufrieden⸗ geſtellt; ich begleitete ihn bis zum Thore hinab, wo er mich mit Artigkeiten und Verbeugungen überhäufte.„Ich fürchte ſehr,“ ſagte André zu uns,„daß ich dem Klerus einen neuen Erwerbszweig eröffnet habe.“ Und in der That, das Beiſpiel des Herrn Pfarrers von Arpajon wurde von ſeinen Herren Amtsgenoſſen in der Umgegend raſch be⸗ folgt. Bald wurde eine Erhebung von Geld in ganzFrank⸗ reich gebräuchlich, und in dem Augenblicke, in welchem ich Das ſchreibe, handelt man in der Sacriſtei um eine Hoch⸗ zeit oder um ein Begräbniß, wie um ein Huhn auf dem Markte.
„André!“—„Mein Herr?“—„Du mußt eine neue Köchin für uns zu finden ſuchen.“—„Warum das, mein Herr? weil Sie vielleicht geſtern ſchlecht zu Mittag ge⸗ geſſen haben?“—„Nein, André, ſondern darum, weil die Frau meines Freundes, meines innigſten Vertrauten von nun an nicht mehr in der Küche erſcheinen darf, als höchſtens, um dort Befehle zu ertheilen.“—„Mein Herr, Niemand wird daran denken, meine Frau dort aufzuſuchen,


