Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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bei ihm einladen; übrigens waren wir durch Monſeigneur getraut worden und ein Biſchof läuft nicht einem Mittags⸗ mahle nach. Es exiſtirte ein alter Gebrauch, von dem ich eben ſo wenig als André eine Ahnung hatte. Der Prieſter, welcher das ego vos conjungo ausſpricht, wohnt von Rechtswegen dem Hochzeitsmahle bei, nach deſſen Beendi⸗ gung er das Brautbett ſegnet. Hier wäre dieſer ſein Segen ſehr überflüſſig geweſen, da die Neuvermählte, welche mit dem jungfräulichen Kranze geſchmückt war, ſchon im dritten Monat ihrer Schwangerſchaft ſtand.

Der Herr Pfarrer von Arpaſon erſchien in dem Augen⸗ blicke, in welchem wir amwenigſten an ihn dachten.Das iſt zum Teufelholen, ſagte André zu mir. Er fand uns alle Viere im BVegriffe, eine reichliche Eierſpeiſe mit Salat vazu zu verzehren. Er ſchnitt ein Geſicht; aber was für ein Geſicht! Auf ein Feſtmahl zu rechnen und Nichts als Eier zu finden!Mein Herr, ſagte André zu ihm,wenn eine Köchin heirathet, ſo hat ſie natürlich nicht Zeit, ſich um das Mittagsmahl zu bekümmern; übrigens befolgen wir, wie Sie ſehen, die prieſterliche Ermahnung, die Sie uns mit ſo viel Salbung ertheilt haben. Wir fangen an, unſere Ehe dadurch zu heiligen, daß wir heute faſten, aber es wäre nicht billig, die Kirche ihre Rechte verlieren zu laſſen; haben Sie die Güte dieſe ſpaniſche Dublone anzu⸗ nehmen. Morgen würde das Hochzeitsmahl verdaut ſein und mit dieſem Goldftück kann ein nüchterner Mann, wie Sie, den ganzen übrigen Theil der Woche leben.Sie haben in der That Recht, Herr André. Künftighin will ich