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eifer, mein Herr? Sagen Sie doch lieber Eitelkeit, Stolz,
Chrſucht. Das ſind die Hebel, welche unglücklicherweiſe
heutzutage alle Menſchen in Bewegung ſetzen. Ein Schuh⸗ flicker will, daß ſein Sohn Schuhmachermeiſter werde; der Bauer will ſeinen Sohn zum Mönche machen; dem Mönche gelüſtet nach dem Krummſtabe; der Marquis faßt ein Herzogthum, der Herzog von Guiſe einen Thron ins Auge. Niemand iſt zufrieden, wir vielleicht ausgenommen, die wir wirklich glücklich ſind, und das nur aus dem einzigen Grunde, weil wir aufgehört haben, in der Zukunft zu leben, und friedlich der Güter genießen, welche das Schickſal in unſere Hand gegeben hat. Clara ſoll Köchin bleiben.“ —„Meiner Treu, mein lieber André, ich glaube, daß Du ſchon wieder Recht haſt.
„Unter Anderem, was iſt denn aus den Trinkern und Tänzern von geſtern geworden?“—„Sie ſind mit ihrer Lage nicht eher zufriedengeſtellt geweſen, als bis ſie voll⸗ kommen betrunken waren. Das Ergebniß davon war, daß ſie heute Morgen krank und vor Kälte erſtarrt in ihre Häuſer zurückgekehrt ſind.“
Unſere Tage floſſen nun ſo friedlich hin. Unſere Glück⸗ ſeligkeit konnte nicht mehr zunehmen, da wir Nichts mehr zu hoffen hatten. Ich wagte es nicht, André zu fragen, ob nicht das Hoffen, ſelbſt wenn es auf Dinge gerichtet iſt, von denen man weiß, daß man ſie nicht wird erlangen kön⸗ nen, nicht ſchon an ſich ein Genuß iſt.
Colombe hatte die Königin Brunhilde im Stiche ge⸗ laſſen, um ſich ausſchließlich mit ihrem Wickelzeuge zu


