Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 2. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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ſehr ſchwer zu ſein. Wie viele Schriftſtelle

21 rziehen, wenn ſie zur Feder greifen, eher ihre Eitelkeit oder ihr Intereſſe zu Rathe, als die Anlagen, mit denen die Natur ſie aus⸗ geſtattet hat; übrigens tröſtete ich mich mit dem Gedanken, daß ich mein Werk nachſehen, ausbeſſern und ſelbſt ganz umarbeiten wollte, bevor es nützlich werden konnte.

Clara hatte, ſeitdem wir ihr die zwei Mägde zu ihrer Unterſtützung beigegeben hatten, zuweilen müßige Stun⸗ den; ſie erſchien niemals vor uns, wenn André zu Latour war. Aber jetzt fand ſie ſich unbeſchäftigt, und ſo kam ſie mit der ihr eigenthümlichen niedlichen Anmuth, Colombe um die Erlaubniß zu bitten, mit ihr arbeiten zu dürfen.

Ich betrachtete ſie, ſah ſie mir ſehr aufmerkſam an, und mein Talent für die Beobachtung war mir auch in vieſem Falle nützlich; ich hielt ſie in ihrem Zuſtande ſchon für weiter vorgerückt als Colombe, und ich entwarf einen Plan zur Verſöhnung, ſobald die Sache an den Tag kom⸗ men würde. Es war klar, daß ihr jetziger Zuſtand ſchon vor dem berühmten Schwur, welcher vor dem Bildniſſe meines Schutzheiligen ausgeſprochen wurde, verurſacht worden war, und daß ſich André jetzt nur deshalb für frei erklären laſſen wollte, um ſich enger und für ewig an ſeine Clara zu knüpfen, ſo daß es alſo dem heiligen Zorn Co⸗ lombe's an Nahrungsſtoff gebrechen mußte, und daß es meinen Vorſtellungen gelingen konnte, meinem Freunde Auftritte zu erſparen, welche für ihn ebenſo unangenehm als für mich wären.

Gegen Ende des achten Tages kehrte André freudig und