— 269— N. lehrte; ſie ſtellte mir vor, daß ich nicht ſo hartnäckig an zwölf bis funfzehn geſchriebenen Seiten feſthalten müſſe, und daß ich bei meiner Leichtigkeit des Schreibens dieſen Verluſt ſehr leicht wieder gut machen könne.„O, glaubſt Du, meine liebe Freundin, daß man auf das herrliche Ge⸗ fühl, zum erſten Male gevruckt zu werden, verzichten könne, oder ein Schriftſteller immer glückliche Stunden hat?“— „Mein guter Anton, ſchreibe kleine ſehr luſtige, ſehr mo⸗ raliſche und ſehr katholiſche Erzählungen, um unſer Kind zu unterhalten, wenn es wird leſen können; Du wirſt die⸗ ſelben dann drucken laſſen. Deine Denkſchrift gegen den Bearner wird nur von den Theologen geſucht werden; Deine Erzählungen werden den Franzoſen von allen Par⸗ teien nützlich ſein, und es iſt ſo ſchön, der Lehrer der her⸗ anwachſenden Generation zu werden. Erlaube André'n, daß er Deine Denkſchrift nimmt; nicht wahr, Du willſt es ihm erlauben, mein Anton? Thue das mir zu Gefallen, mein lieber Freund.“
Ich antwortete Nichts; Colombe ſtreichelte mir die Wangen und gab mir fünf bis ſechs ſehr zärtliche Küſſe. André wandte auf mein Stillſchweigen den Satz an: Wer ſchweigt, willigt ein. Er nahm mein Manuſcript unter ſeinen Arm, und einen Augenblick ſpäter ſaß er zu Pferde; er ritt im Galopp fort: er fürchtete ohne Zweifel, daß ich ihn zurückrufen möchte. Und in der That, Luft genug dazu hatte ich; aber Colombe war da, und die beſitzt eine ganz eigene Art mich anzuſehen, wenn ſie Etwas will.
Schon am andern Morgen war der Fußboden unſeres


