rungskunſt nicht widerſtehen.“ Sie lachten ſehr viel über meine Beſorgniſſe und über meine Art dieſelben auszu⸗ drücken.„Das ſind,“ dachte ich mir,„Menſchen, welche ſich vor Richts fürchten, ihre Anmaßung wird aber beſtraft werden.“
„Die Verhandlungen werden lange dauern,“ hatte der großmüthige Hugenotte geſagt. Ich brannte vor Begierde in Biron zu ſein, und ich beſchwor den Marſchall, mir einen Urlaub zu ertheilen.„Mein Herr,“ ſagte er ſehr trocken zu mir,„Sie beſchäftigen ſich nur immer mit Ihrer Co⸗ lombe. Denken Sie vor Allem an Ihre Pflicht. Sie ſind
der einzige Offizier, der ſich in meinem Gefolge befindet,
und Sie werden mich nicht verlaſſen.“ Eine zweite Artillerieſalve verkündigte unſern Ein⸗ zug in die Stadt. Die Katholiken und die Hugenotten an einander gedrängt und unter einander vermiſcht, hoben die Hände zum Himmel empor, ſegneten uns und riefen:„Es lebe der Friede!“ Katholiken in ihren Wünſchen mit Huge⸗ notten verbunden! und Niemand dachte daran, den guten Weizen von dem Unkraute zu ſondern. Die Leviten Israels erröcheten nicht, neben den Prieſtern Baals zu ſtehen. O großer Herzog von Guiſe, Du warſt es, der ſeinem Sohne die Lehre gab, niemals mit dem Unglauben zu unterhan⸗ veln; Du warſt es, der, als er durch Vaſſy kam, dieſe Ge⸗ gend von dreihundertundſechzig Hugenotten, die in einer Scheune verſammelt waren, reinigteſt. Die Palme des Märtyrerthums war Deine Belohnung. Ein Anhänger Calvins, Poltrot, hat ſie Dir gereicht.


