Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 2. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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tholik und er liebt den König von Navarraz das ſcheint mir ſich widerſprechend, unerklärlich zu ſein.Mein Herr, wäre es nicht klug, doch erſt zu hören und zu ſehen, ehe man ſich eine Meinung bildet?Ich habe geſehen und gehört, André, und ich fordre Dich auf, mir nicht zu wider⸗ ſprechen.

Ich hatte nur noch zwei Stunden zu meiner Verfü⸗ gung. Ich beſichtigte das Haus, und während ich die Woh⸗ nungen beſtimmte, kehrte Herr Juſtin zurück. Er näherte ſich mir mit heiterer und freundlicher Miene.Sie laſſen

mir wenig Platz, ſagte er zu mir;aber ich will mich

ſehr gern einſchränken, um mir unſern Heinrich zu ver⸗ pflichten.Ihr Heinrich? Sie ſind aber doch Katholit! Beſitzt denn dieſer Fürſt die unglückſelige Kunſt, Alle, die ſich ihm nähern, zu verführen?Er kennt gar nicht, was Kunſt heißt; er iſt offen, redlich, heiter, volksfreund⸗ lich, großmüthig, tapfer und vor Allem gerecht. Johanna von Albret, ſeine Mutter, hatte uns unſere Kirchen weg⸗ genommen, er hat ſie uns wiedergegeben. Er will Gott auf ſeine eigene Art verehren, aber er will auch, daß Jeder⸗ mann derſelben Freiheit genieße.

Sie haben ihn mitten unter ſeinem Rathe gefunden. Er hat ſich denſelben aus den aufgeklärteſten, billigſt den⸗ kenden Edelleuten zuſammengeſetzt. Er ſpricht überall von Staatsangelegenheiten, weil er die Liſt nicht kennt; er giebt ſich nicht einmal die Mühe, ſich zu verſtellen. Ver⸗ ſchwendung herrſcht an dem Hofe von Frankreich und an dem des Herzogs von Guiſe. Der König von Navarra iſt