Plan, es iſt ſchwer, es iſt groß, wenn man Ge⸗ liebte zurückläßt; aber leben, leben ohne dich, rief ſie, indem ſie mich heftig umſchlang, das iſt weit ſchwerer, es iſt unaufhörlicher Tod! Ich fühlte die Wahrheit dieſer Klage, und dieſer Ausdruck der Liebe und des Schmerzens überwältigte mich. Ich hielt meine Thränen nicht zurück. Sie ſah ſie fließen. Jetzt umfaßte ſie mich noch inniger, und bey dem herben Schmerzen der Trennung, bey dem Bewußtſeyn, wie elend wir beyde ohne ein⸗ ander ſeyn würden, beſchwor ſie mich, ihr eine Bitte zu gewähren, die ſie ſchon lange im Herzen trüge, die allein es ihr möglich gemacht habe, ihr Leid zu ertragen. Ich verſprach es ihr unbe⸗ dingt; denn was konnte dieß reine Gemüth wohl verlangen, was nicht mit der Tugend überein⸗ ſtimmte? Schüchtern und behuthſam, in leiſen aber kühnen Muthmaßungen über die Möglichkeit des Zuſammenhangs im Geiſterreiche, über den Zuſtand nach dem Tode, über die Macht der Sym⸗ pathie, entwickelte ſie zu meinem Erſtaunen ein ſchönes ſeltſames Syſtem, das, aus Chriſtlichen und Platoniſchen Ideen zuſammengeſetzt, mich durch ſeine Conſequenz überraſchte, und in mir— zugleich die ſüßeſten Hoffnungen erregte, deren Wahrſcheinlichkeit ich nichts entgegen zu ſetzen wuß⸗
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


