— 292— Rache auch auf ſie auszudehnen? Iſt wohl Bun⸗ desgenoſſe mehr, als ein tönender Nahme für Unterthan? So wird ſie in Apamäa nicht we⸗ niger ſicher ſeyn, als in Eebatana. Sie iſt ſeinen Augen entrückt; das iſtalle Sicherheit, die ſie hof⸗ fen kann.
Ich habe ſie noch ein Mahl geſprochen, und meine Kinder noch ein Mahl geſegnet. Nächtlich und furchtbar, und dennoch ſo unausſprechlich theuer kehrt die Erinnerung an dieſe heilige Stun⸗ de nur zu oft in meine Seele zurück. Zu oft! denn ich ſoll ruhig ſeyn, ich ſoll, durch keine irdiſchen Bande mehr gefeſſelt, nur der Vorbereitung auf die große Zukunft leben. Aber das Herz behauptet mit unwiderſtehlicher Kraft ſein Recht. Ich liebe, Phocion! Jetzt an der Schwelle der Cwigkeit lie⸗ be ich ſtärker als je; denn höher als je ſteht das Bild meines Weibes vor mir!
Geſtern ward es mir vergönnt, ſie zu ſehen. Mit hochſchlagendem Herzen trat ich den Weg an. Im Atrium erblickte ich von Weitem die Königinn; aber ſie floh bey meinem Anblicke in's Innere des Hauſes. Ich folgte langſam mit heimlichem Be⸗ ben: da öffnete ſich die Thür, und Theophania, bleich, zitternd, in fürchterlicher Bewegung ſank ſchreyend an meine Bruſt. Calpurnia entfloh zum


