Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 291—

durfte!— Wenn jene Idee dieſes Opfers nicht werth war! Wenn— mein Geiſt verliert ſich in Zweifel und Unruhe, und iſt in ſolchen Augenblicken der Verzweiflung nahe; aber leuchtend und ſiegreich erhebt ſich der Gedanke wieder: Mein Wille war gut, und wie der Leitſtern den Schiffer in ſtürmi⸗ ſchen Nächten, führt er mich aus Angſt und Dun⸗ kel heraus in lichte Klarheit und ſtillen Frieden.

Mein Zeitliches iſt beſorgt. Ich habe an Con⸗ ſtantin geſchrieben, und ihm noch ein Mahl mein Weib und meine Kinder empfohlen, wenn er einſt das Ziel erreicht, zu dem er raſch hinſtrebt. Mein Grab iſt die erſte Stufe, von der er ſich mächtig aufwärts ſchwingt; ſo habe ich wohl ein Recht, ſeinen Schutz anzuſprechen⸗

Tiridates und Calpurnia, die edlen Freunde, deren Liebe ich ſo viel verdanke, haben mir thätige Hülfe verſprochen, ſie haben ſich angebothen, meine Witwe, meine Waiſen mitſich in ihr Reich zu nehmen, wenn ich es wünſchte, wenn ich ſie dort vielleicht ſiche⸗ rer glaubte. Aber Theophania ſehntſich, den Reſt ih⸗ rer Tage unter Chriſten, an der Seite einer lang⸗ geprüften Freundinn, die ſie vor Jahren hat ken⸗ nen lernen, zuzubringen. Welchen Schutz kann ihr auch ein bundesverwandter König gewähren, wenn es dem blutigen Galerius einfiele, ſeine Wuth und