te ſich Conſtantin ſchnell. Nun waren wir allein, allein mit unſern vollen Herzen, mit unſerm Glü⸗ cke. Agathokles ſagte nichts, er reichte mir ſchwei⸗ gend die Hand, und ſah mich mit einem unbeſchreib⸗ lichen Blicke an. Sein Auge ſchimmerte feucht, ich ſah Thränen darin. Ach Junia! Zürne der irdiſch geſinnten Freundinn nicht! Ich fühlte mein Inne⸗ res gewaltſam zu ihm gezogen, ich ſank an ſeine Bruſt, unſere Lippen berührten ſich innig und feſt, unſere Seelen floſſen in einander. Ach es war der erſte Kuß ſeit jenem letzten Abſchied an den Hecken in meines Vaters Garten! Aus ſeinem Arm glitt ich am Bette auf meine Kniee nieder, ich bethete. Nein! Gott kann dieſe ſchuldloſe Außerung inniger Liebe nicht verdammen, was auch Heliodor ſagen mag; denn ich konnte bethen. Nach und nach, wie die heftige Spannung unſerer Gemüther nachließ, wurden wir wieder fähig, von unſern Schickſalen, von dem, was wir für und wegen einander gelit⸗ ten hatten, zu ſprechen. Agathokles erzählte mir, was ſeit unſerer Trennung in Niſibis vorgegangen war; ich ſchilderte meinen Aufenthalt bey dem gu⸗ ten Fritiger, den Abend in Synthium, meine Ei⸗ ferſucht, meine Angſt. Er hörte mir lächelnd zu, er ſing an mit meinen Haaren zu ſpielen, wie ich im Eifer der Erzählung an ſeinem Lager knieete; Agath. II. Th.
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