mir rauh zurief: Theophania! Folge mir! Aga⸗ thokles verlangt Dich zu ſehen. Ich ſchwankte, kaum vermochte ich ihm zu gehorchen. O welcher Ent⸗ ſcheidung ging ich entgegen!
An der geöffneten Thüre blieb ich zögernd ſte⸗ hen. Heliodor zog mich in's Zimmer. Ich wußte nicht, wie mir geſchah— Himmel und Erde waren mir vergangen. Da weckte mich die Stimme der innigſten Liebe. Lariſſa! Meine Lariſſa! rief Aga⸗ thokles. Ich ſah empor, ich ſah ihn weit vorge⸗ beugt den Arm nach mir ausſtrecken, als wollte er mir entgegen ſtürzen. Lariſſa! rief er noch ein Mahl. Jetzt war Alles vergeſſen. Ich flog an ſeine Bruſt; ich wußte nichts mehr von der Welt, ich wußte nichts, als daß ich geliebt war! Meine Freude wechſelte ſchnell mit Schrecken. Agathokles lag bleich, mit geſchloſſenen Augen in meinem Arm. Ich ſchrie um Hülfe; da ſchlug er das Auge auf, und heftete einen Blick auf mich. Ach Junia! Der ganze Him⸗ mel war in dieſem Blicke! Du lebſt? begann er nun nach einer Weile: Du lebſt, Du biſt frey, Du biſt mein!— Er legte ſeine Hand auf meine Stirn, auf meine Schultern, er faßte meine Hände.— Es iſt kein Traum? ſagte er endlich langſam: Richt wahr, Conſtantin, es iſt kein Traum?2 Jetzt erſt ſah ich mit Erröthen, daß wir einen Zeugen gehabt


