Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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te? Ich muß Dir geſtehen, ich war ein wenig ver⸗ legen und beſchämt; und doch lag etwas Angeneh⸗ mes in dieſem Vorwurf. Ich ſchwieg eine Weile. Ein Blick auf Agathokles verwundeten Arm, ein Ge⸗ danke an die Urſache desſelben machten mich fühlen, daß ich mit meiner Weltphiloſophie etwas klein vor dem Manne ſtand, der noch vor drey Tagen eben die⸗ ſe letzte Bedingung ſeines Wohlſeyns kaltblütig auf's Spiel geſetzt hatte, um jenes unnennbare Höchſte zu erhalten. Wie nennſt du es, Glück, Bewußtſeyn, Tugend? Er nennt es das Gute, und ſeinen er⸗ ſten, hiernieden vielleicht einzigen, Lohn Seelen⸗ frieden. Ich vertheidigte mich noch ziemlich gut Trotz meiner Verlegenheit, und er ſing nun, um mich ganz zu überzeugen, mit ſeiner glühenden Bered⸗ ſamkeit an, mir die Erhabenheit der chriſtlichen Mo⸗ ral zu ſchildern, deren Hauptgeſetz höchſte Reinheit des Willens und unabläßiges Streben nach dem Gu⸗ ten iſt, die ihren Jüngern auferlegt, ſo zu leben, daß ihre Handlungsweiſe zur Richtſchnur für die ganze Welt dienen könnte u. ſ. w. Ich muß Dir geſtehen, was er ſagte, und wie er's ſagte, war ſchön und wür⸗ dig; es rührte, es erhob mich. Aber ſo denkt auch nur Agathokles, und auch er vielleicht nur in weni⸗ gen Augenblicken. Wer von den übrigen Chriſten denkt aber wie er?