letzt, als er mit unausſtehlicher Härte in mich drang, es würde mir nicht ſo viel daran liegen, daß Agathokles mein Daſeyn erfahre, wenn ich nur erſt entfernt, und bey Dir in Apamäa wäre. Nun wollte er die Urſache dieſer Seltſamkeit wiſſen. Er forſchte, er fragte, und ach, auf allen Seiten gedrängt, und mit einer grauſamen Con⸗ ſequenz von Schlüſſen, Vorausſetzungen und Fol⸗ gen auf's Außerſte getrieben, bekannte ich endlich⸗ daß mir der Gedanke, mich, ſo entſtellt, wie ich bin, neben der ſchönen Calpurnia zu zeigen, uner⸗ träglich, und ſchlechterdings unmöglich ſey.
Das iſt's! fuhr er auf einmahl mit einer Hef⸗ tigkeit auf, daß ich zuſammenſchrak: Das iſt's, die Eitelkeit iſt's, die euer Geſchlecht von jeher zum Böſen verführt, die den Tod, die Erbſünde, die alle übel der Welt über uns gebracht hat. Aus Ei⸗ telkeit ſündigte Eva, aus Eitelkeit fallen alle ihre Töchter. Und nun ergoß ſich ein fürchterlicher Strom von Beredſamkeit über mich, den ich ver⸗ gebens zu unterbrechen ſuchte. Er hielt mir alle meine Vergehungen vor, ſeit dem erſten Augen⸗ blick, als er mich bey den Gothen gefunden, Falſch⸗ heit, übermäßige Leidenſchaft, Verkehrtheit, Vos⸗ heit, Eitelkeit— ach! Gott weiß, was alles! Ich fing an zu weinen und zu zittern. Ich erkannte,


