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Thränen alles, was ich ſagen konnte, ohne Cal⸗ purniens Beſuche und ihre Verkleidung zu verra⸗ then; denn leicht hätte er bey ſeinen ſtrengen Be⸗ griffen ein Argerniß daran nehmen, und dem ſchö⸗ nen Sclaven den Zutritt verwehren können, und ich— ach, ich will das Glück der Liebenden nicht ſtören!
Er fand es daß eine ſo verzeih⸗ liche Untreue, als die des Agathokles, der mich ſeit mehr als einem Jahre für todt hielt, mich ſo aufbrächte, daß ich ihn gar nicht wieder ſehen woll⸗ te. Man könnte ja, meinte er, wenn die Liebe auf⸗ gehört habe, noch Freundſchaft für einander füh⸗ len, und ſich herzlich gut ſeyn. Es war vergeblich, ihm die Unmöglichkeit dieſer Freundſchaft begrei⸗ fen zu machen; er ſah es nicht ein, daß das be⸗ ſchämende Gefühl des Flatterſinns und Unrechts, wie verzeihlich es auch ſey, das reine Verhältniß ewig ſtören, und die verſtimmten Saiten nie wie⸗
der harmoniſch klingen würden. Als er endlich mei⸗
nem Eigenſinne dieſe Grille zugeſtand, fand er doch, daß, wenn ich auch Agathokles Freun⸗ dinn nicht ſeyn wollte, er doch würde erfahren dürfen, daß ich lebe; ja, er würde es, der Natur der Sachen nach, über kurz oder lang erfahren müſſen. Das mußte ich zugeben⸗ aber ich ſbe zu⸗


