Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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Freundſchaft etwas vergeben, weder ſeine Güte an einen Undankbaren verſchwenden, noch den geſchätz⸗ ten Freund, den vielleicht nur Beſcheidenheit ſo reden hieß, kränken will. Ich zog mich zum Ver⸗ wundern gut aus der Sache, ſo, daß ich überzeugt bin, Agathokles weiß bis dieſe Stunde nicht recht, woran er mit mir iſt; und die Unterredung nahm nach und nach einen ruhigen Gang. Er erzählte mir nun ganz kurz und mit manchen Unterbrechun⸗ gen denn ſeine Schwäche erlaubte ihm nicht, viel zu ſprechendie Geſchichte des geſtrigen Abends. Ich konnte ſeinem Edelmuthe meine volle Achtung nicht verſagen; aber der gefährliche Eindruck, den der Zuſtand des Erzählers, und der Inhalt der Ge⸗ ſchichte auf mein Herz hätten machen können, wur⸗ de mächtig durch die Schilderung gedämpft, die Agathokles von ſeinen Empfindungen machte, als er zu ſich kam, ſich bereits für todt, und die Um⸗ ſtehenden für Bewohner einer andern Welt hielt. Die ſonderbare Beleuchtung, fügte er mit ſichtli⸗ cher Rührung hinzu, der fremde Ort, die ſchwar⸗ zen Frauen in langen Schleyern, die blaſſen Ge⸗ ſichter trugen bey, die Täuſchung zu vermehren. Ich glaubte unter den Frauen meine verſtorbene Jugendfreundinn zu ſehen; mir war, als erkennte ich deutlich ihre Züge, als hörte ich den Ton ihrer