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und berichtete mir mit unerträglicher Weitläufig⸗ keit, daß er geſtern Abends in der langen Straße beym Tempel der Ceres ſich einer armen Frau an⸗ genommen, welche die Prieſter der Göttinn zwin⸗ gen wollten, ihr zu opfern, daß der wüthende Hau⸗ fe ihn umringt, übermannt, und mit vielen Wun⸗ den für todt auf dem Platze liegen gelaſſen. Seine Soldaten hatten ihn geſucht, und brachten ihn end⸗ lich in das Witwenhaus der Chriſten. Dort iſt er jetzt, ob todt, ob ſterbend, wußte Druſilla nicht zu ſagen. Der Selave, der ihr die Bothſchaft brach⸗ te, wußte ſelbſt nicht mehr. Ein ſeltſames Gemiſch von Empfindungen wogte nun in meiner Bruſt auf und ab, Mitleid, Sorge, Urger über ſeine Schwärmerey, und Bewunderung ſeines Helden⸗ muths. Endlich ſiegte das Mitleid, und mit ihm wurde der Wunſch, ihn zu ſehen, ihm den Antheil“ zu zeigen, den ich an ihm nahm, herrſchend. Mein Vater hatte alſobald hingeſandt, um ſich nach ihm zu erkundigen. Die Antwort war beruhigend, er lebte, ſeine Wunden waren nicht tödtlich. Von Au⸗ genblick zu Augenblick wurde jenes Verlangen ſtär⸗ ker in mir, und ein ſeltſamer Plan entwickelte ſich in meinem Kopfe. Ich wollte Männerkleider an⸗ ziehen, und ſo unerkannt ihn beſuchen. Je mehr ich dem Gedanken nachhing, je reizender ſchien er


