Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

Chriſt! Der Eifer für unſere Religion und hel⸗ denmüthige Menſchenliebe hatten ihn in dieſen Zu⸗ ſtand verſetzt. Ich bebte vor Freude und Angſt; aber Gott erhielt mir meine Beſinnung ſo, daß ich für ſeine Pflege ſorgen konnte. Ich folgte den Kriegern, die ihn ſchweigend und beſtürzt trugen. O wie that die Treue, mit der dieſe rauhen Män⸗ ner ihren geliebten Führer ehrten, meinem Herzen ſo wohl! Nun begann ich mit zitternden Händen ſeine Wunden zu waſchen, und ſo gut es die Eile verſtattete, zu verbinden. Ein geheimer Hoffnungs⸗ ſtrahl drang in meine Seele; ſo viel ich verſtand, konnten dieſe Wunden nicht tödtlich ſeyn, und nur der Blutverluſt hatte dieſe Erſchöpfung hervorge⸗ bracht. Er lag ohne Laut, ohne Zeichen des Le⸗ bens, die Augen wie im Todesſchlummer geſchloſ⸗ ſen. Aber, o meine Junia! wie ſchön, wie un⸗ ausſprechlich liebenswürdig ſchien er mir in dieſer Bläſſe, in dieſen Wunden, die einſt herrlich am Throne Gottes ſtrahlen werden! Wie erhaben ſtand ſeine Tugend vor mir!

Mit ängſtlicher Sorge erwarteten wir nun He⸗ liodors Ankunft, den man von einem andern Kran⸗ ken gerufen hatte; denn er verſieht mit beyſpiel⸗ loſer Treue das dreyfache Amt des Lehrers, Arztes und Prieſters bey der Gemeinde. Auf einmahl ößf⸗