— 234— Abend verließ mich Agathokles, um noch vor Ein⸗
bruch der Nacht in ſein ziemlich fernes Quartier zu gelangen. Ein einziger Sclave begleitete ihn; Mantel und
Kappe verbargen ſeine Kleidung und ſeinen Stand, und ein kurzes Schwert war ſeine gande Sicherheit. Aufdem Wege trifft ein verwirrter Lärmen und kla⸗ gende Stimmen ſein Ohr- Bekannt mit den Auftrit⸗ ten des heutigen Tages eilt er dem Getöſe zu, und fin⸗ det einen Haufen Soldaten und Pöbel ſchreyend, to⸗ bend um den Altar einer heidniſchen Gottheit vor ei⸗ nem kleinen Tempel verſammelt, die im Begriffe ſind, ein armes Weib mit einem Kind zum Genuß des Opferfleiſches, das ihnen ein fanatiſcher Götzenprie⸗ ſter aufdringt,zu zwingen. Die unglückliche weigert ſich ſtandhaft. Jetzt entreißt einer der Barbaren ihr das Kind, und droht, es in die Opferflamme zu wer⸗ fen. Die Verzweiflung der Mutter, das Angſtge⸗ ſchrey des Kindes durchdringen Agathokles Bruſt, und reißen ihn hin, zu thun, was die Klugheit nimmer billigen konnte. Er drängt ſich in den Kreis, er ruft ihnen im Nahmen des Kaiſers Friede zu, erſtellt ih⸗ nen vor, daß das Edict nur Unterlaſſung der chriſt⸗ lichen Gebräuche, aber nicht die Annahme der heidni⸗ ſchen befehle. Wann hört der wüthende Pöbel die Stimme der Vernunft? Sie übertäuben ſeine Rede,


