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die Mutter; ſie hat ſich des Mädchens wie eine äl⸗ tere Schweſter angenommen, und Druſilla iſt ihr auch dafür mit ganzer Seele ergeben.
Und ſo iſt denn der letzte Strahl von Hoffnung verſchwunden! Calpurnia iſt nicht allein höchſt rei⸗ zend und liebenswürdig, ſie iſt auch edel und ſchätz⸗ bar. Agathokles wird ſich nicht bey näherer Kennt⸗
niß ihres Charakters kalt von ihr wenden; er wird
ſie immer mehr lieben, je mehr er ſie kennen wird, und geiſtige Vorzüge werden das Band unauflös⸗ lich machen, das körperlicher Reiz und ſchmeicheln⸗ des Betragen um ſein Herz warfen. Und darüber trauere ich? Es ſchmerzt mich, daß Calpurniagut iſt? Ich hätte mich freuen können, daß eine Per⸗ ſon, die mich nie mit Willen beleidiget hatte, un⸗ edler Geſinnungen fähig geweſen wäre? Mich be⸗ einträchtigt das Gute, was ein dankbares Gemüth von ihr erzählt? O Neid und Eiferſucht! Ihr Ge⸗ burten der Eitelkeit und Selbſtſucht! So muß auch ich euren giftigen Einfluß fühlen! So iſt denn die
Tugend, auf die ich ſtolz ſeyn zu dürfen glaubte, 3 nichts als Heucheley oder Schein geweſen, der vor
einer ernſten Probe entflieht! O Junia! Wie ge⸗
brechlich iſt das menſchliche Herz! Welche Hoffnung
bliebe ihm auf Verzeihung und Gnade, wenn es 5


