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Witwe eines Freygelaſſenen aus dem Piſoniſchen Hauſe. Verſchiedene Schickſale haben ſie von Rom hierher geführt; aber ihre Tochter Druſilla blieb aus Anhänglichkeit freywillig in Calpurniens Dien⸗ ſten. Das junge Mädchen, auch eine Chriſtinn, be⸗ ſucht ihre Mutter zuweilen. O meine Junia! Was erzählt uns das Mädchen öfters von der Güte und Freundlichkeit ihrer Gebietherinn, von dem weni⸗ gen Credit, in dem das männliche Geſchlecht bey ihr ſteht, und daß ſie nur höchſtens Einen, einen Officier der Leibwache, den ſie ſchon in Rom ge⸗ kannt, und nicht ungern geſehen habe, von der all⸗ gemeinen Verdammung ausnehmel Dann beſchreibt ſie uns manche kleine Unterhaltung, manches trau⸗ liche Sympoſion 27), wobey der geſchätzte Freund nicht fehlen darf. So bekamen wir neulich die Schil⸗ derung eines Feſtes, das Calpurnia ihrem ruhm⸗ bekleideten Geliebten zu Ehren gab. Das Feſt muß unausbleiblich einen gewaltſamen Eindruck auf ſein
Herz gemacht haben, oder er müßte unempfindlich gegen ſo mächtige Reize, und mehr als demüthig, er müßte blind gegen ſeinen Werth ſeyn. Druſilla hatte ſelbſt eine Rolle dabey, und ſie mag ſie ganz geſchickt ausgeführt haben; denn es iſt ein artiges wohlgebildetes Geſchöpf, dem man die beſſere Er⸗ zichung anſieht. Das iſt Calpurniens Werk, ſagt
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