übergab, die er in's Haus ſeiner Verwandten brach⸗ te, nicht einem Marcius Alpinus in die Arme füh⸗ ren, ſey ſie übrigens, wer ſie wolle! Ihr Geſchick
beunruhigt mich. Ich kann den Gedanken, den ich einmahl von ihr gefaßt habe, nicht aufgeben, und- ietzt, da ſie auf's neue für mich verloren ſcheint, wird er mir wahrſcheinlicher als jemahls.
Wahrlich, es hätte dieſes Zuſatzes nicht bedurft, um meine Lage höchſt unangenehm zu machen. In⸗ deſſen ſoll nichts mein Bewußtſeyn erſchüttern. Ich weiß, was ich zu thun habe. Ob es ſchwer oder leicht ſey, darf ich nicht fragen. Es muß geſchehen! Je⸗ der, der in dieſer Zeit ſich als Chriſten bekennt, hat einen viel härteren Stand, als die längſtbekannten Glaubensgenoſſen. Man ſieht ihn gleichſam als ei⸗ nen trotzigen Rebellen, als einen offenbaren Ver⸗ ächter des kaiſerlichen Gebothes an. So geht es mir, ſo würde es Conſtantin gehen, der auch in
dieſen entſcheidenden Augenblicken dem Auguſtus ſeine wahre Geſinnung entdecken mußte, wäre er
nicht der Sohn des Cäſars. Mißtrauen und Haß
umlauern uns von allen Seiten; ſelbſt die Briefe
find nicht ſicher. Sollteſt Du lange keinen erhalten,
ſo denke, daß es mir unmöglich war, zu ſchreiben, oder das Geſchriebene ſicher abzuſenden. Leh wohl!


