Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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— 209— den worden war, die Racht auf der Villa zuzu⸗ bringen. Die Schwermuth der Fremden gewann ihr Sulpiciens Zuneigung. Im vertraulichen Abend⸗

geſpräche kam die Rede auf jenes Bild. Die Frem⸗

de beſah es, ſchien erſchüttert, und verrieth da⸗

durch, daß ſie mich kenne. Am andern Morgen⸗ wo Sulpicia ſie ſehr blaß und verſtört fand, er⸗ klärte ſie, daß ein plötzlicher Zufall ſie zwinge, ihren Reiſeplan zu verändern, und nach Nicäa zu gehen. Kein Bitten der beyden Frauen vermochte ſie, nur eine Stunde länger zu verweilen. Sie rei⸗ ſete alſogleich mit ihrem Vater ab, und lebt nun in Nicäa, im Hauſe eines angeſehenen Mannes, der ſich Lyſias nennt. Von hieraus hat ſie ein paar Mahl an Sulpicien geſchrieben, und ſich die Zeich⸗ nung ausgebethen. Die Erzählung machte mich aufmerkſam, und erregte ſeltſame Vermuthungen in meiner Seele. Calpurnia ſchilderte mir die Ge⸗ ſtalt der Fremden⸗ Ach, jeder Zug rief ein theures Bild zurück! Alles traf ein, bis auf eine Narbe auf der Wange, die ich nie an Lariſſa bemerkt hat⸗ te. Mein Herz ſchlug heftig, man zeigte mir ihren Brief. Da zerfloß die ſchöne Hoffnung wieder. Die Züge glichen nicht ihrer Schrift; dennoch glaubte mein einmahl erregtes Gemüth zu entdecken, daß die Buchſtaben nicht frey gebildet, ſondern wie mit Agath. II. Th. 14