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Vor ungefähr acht Tagen komme ich zu Sulpi⸗ eien. Calpurnia iſt bey ihr. Es iſt die Rede von einer Zeichnung, die dieſe entworfen hat. Ich wün⸗
ſche ſie zu ſehen. Man weigert ſich eine Weile; end⸗ lich reicht Sulpicia mir ein Blatt, das neben ihr
liegt. Stelle Dir meine überraſchung, meine Ver⸗ wirrung vor, als ich in der Zeichnung jene Seene meines Einzugs als Siegesbothe erkenne! Ich war betroffen, gerührt, beſchämt von Calpurniens un⸗ verdienter Güte. Auch ſie erröthete und war ver⸗ legen; aber mit einer unbeſchreiblichen Leichtigkeit
fand ſie ſich bald wieder, und fing ſo unbefangen
an, von der Zeichnung als Kunſtwerk, als ſchwie⸗ rige Aufgabe, zu ſprechen, die ſie ſich ſelbſt, um ih⸗ re Kräfte zu verſuchen, gegeben habe, daß meine eigene Betroffenheit, aber auch mein freudiges Ge⸗ fühl entwich, und nichts übrig blieb, als die Be⸗ wunderung ihrer Kunſt, und ihrer— Kälte. End⸗ lich rief Sulpicia eine Selavinn, und befahl ihr, das Blatt einzupacken und abzuſenden. Wohin? fragte ich mit ſehr natürlicher Neugierde, und er⸗ fuhr nun, daß im vorigen Herbſt eine Fremde, die ſich Theophania nannte, die eine Chriſtinn, Wit⸗ we eines Vyzantiniſchen Kaufmanns war, und mit ihrem Vater nach Nikomedien reiſen wollte, von den beyden Römerinnen im Vorbeyreiſen eingela⸗


