Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

auf und verließ das Zimmer. Sie ſtrömten heftig; warum? wußte ich ſelbſt nicht, aber ich fand eine Erleichterung darin, ſie fließen zu laſſen. Es kam mir vor, jener Agathokles ſey todt, und der, den ich jetzt geſehen hatte, nur ein Bild, ein Schatten von ihm. Mir ward ſo weich um's Herz⸗wie wenn man nach dem Verluſt einer geliebten Perſon an einem Orte, wo man ſie ſonſt oft geſehen hatte, nur ihre kalte Bildſäule fände. Dieſe Ihnlichkeit im ußern, und dieſe Verſchiedenheit von Innen, jener warme Antheil und dieſe Kälte! Es ergriff mich ſchmerzlich. Ich fühlte, daß ich mich in die⸗ ſer Stimmung nicht vor ihm ſehen laſſen konnte. Als ich nach einer Weile wieder hinein ging, war er bereits fort, und hatte verſprochen, bald wie⸗ der zu kommen. So hatte ihn alſo mein Wegge⸗ hen nicht gekränkt, wie ich im erſten Augenblick fürchtete, als ich meinen Vater allein fand? So hatte er gar nichts mir bemerkt, nichts zu deu⸗ ten gefunden? Ratürlichz: ich bin ihm nichts mehr, als eine alte Bekannte, und einer ſolchen nimmt man es ja nicht übel, wenn ſie ſich entfernt, und den guten Freund in einer Geſellſchaft zurück läßt, die ihm wenigſtens eben ſo lieb iſt, als die ihrige.

Seit dem Augenblick iſt ein wunderbarer, aber wahrlich nicht angenehmer Kampf in meinem In⸗