Du ſiehſt aus dieſen keichten Umriſſen, die ich Dir mitzutheilen im Stande bin, wie erhaben und den Bedürfniſſen des Herzens angemeſſen dieſe Leh⸗ re iſt. Noch kenne ich ſie nicht vollſtändig; was ich aber kenne, überzeugt meinen Verſtand, und befrie⸗ digt mein Gefühl. Und wenn dieſe überzeugung einſt vollendet ſeyn wird: wer kann mich tadeln, ja, wer kann mich der entgegengeſetzten Handlungs⸗ weiſe fähig halten, wenn ich ſie annehme, und ganz werde, was ich ohnehin ſchon zum Theile bin?— übereilen aber will ich nichts. Der Schritt iſt wich⸗ tig; er fordert vollkommene Geiſtesfreyheit, und ge⸗ wiſſenhafte Prüfung. Die erſte fehlt mir noch ganz, mein Gemüth iſt nicht ruhig. Die Erſchütterungen der vergangenen Schrecken haben noch nicht aufge⸗ hört, in mir nachzubeben; noch drückt ein zu la⸗ ſtendes Gewicht meinen Geiſt.
O mein Freund! Was habe ich verloren? La⸗ riſſa! Geſpielinn meiner Kindheit! Geliebte meiner Jugend! Holdes, ſanftes, liebevolles Weſen! Wo biſt du jetzt? Wo ſchwebt Dein reiner Geiſt? Haſt du noch Erinnerung vom Vergangenen? Weißt Du, daß Dein unglücklicher Freund hier verlaſſen trau⸗ ert? Oder hört mit dem Leben oder mit der Per⸗ ſönlichkeit, wenn auch der Geiſt nicht vernichtet wird, volle Erinnerung, alle Liebe auf? Troſtloſes Syſtem,
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