Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Agathokles meinen Wünſch, id oth mir ſeine Villa Synthium, die einige Meilen von Ri⸗ komedien liegt, ein Erbtheil ſeiner Mutter, zum Aufenthalt an. Ich nahm es mit Vergnügen an Das Einzige, was meine Freude ſtörte, war die Bemerkung, daß Tiridates ſich nicht eben ſo leicht, wie ich, aus der Hauptſtadt entfernte. Indeſſen brachte mir ſeine Liebe auch dieſes Opfer, und ich lebe hier ganz nach meinem Herzen. Die Pilla liegt einſam und verborgen zwiſchen waldigen Hü⸗ geln, die der Anfang des Gebirges ſind, das weiter hin ſich zum Berg Olymp aufthürmt. Obgleich die Landſtraße nicht weit vor dem Garten vorbeygeht, ſo fällt doch das Haus, das halb zwiſchen Pinien verſteckt und nicht groß iſt, nicht ſogleich in die Augen. Die Gärten ſind weitläufig, und zeigen in manchen Anlagen Spuren eines düſtern Geiſtes, der hier in der Einſamkeit ſeinen Gefühlen nach⸗ hing. Dieſer Ausdruck des Ganzen gefällt mir ungemein, und ich belauſche in ungeſtörter Ein⸗ ſamkeit hier das Erwachen des Frühlings, von deſſen Einfluß ich viel für meine Geſundheit hoffe. Tiridates hat mich den Kaiſerinnen Priſca und Va⸗ leria*) vorgeſtellt; auch mit dem Cäſar Galerius habe ich geſprochen, und alle haben mich mit An⸗ ſtand und Güte empfangen. Bey Diocletian allein