Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

. P Nichts ſtört den vollkommenen Genuß meines Glücks, as die noch fortdauernde Schwäche mei⸗ ner Geſindheit, eine Folge der langen Leiden und Kränfungen. Sie ſind verſchwunden; aber ihre Wirungen fühle ich noch. Auch die Jahreszeit hoce während der Seereiſe nachtheilig auf mich gwirkt. Ich kam krank in Nikomedien an. Aber, meine Calpurnia, um keinen Preis möchte ich die Erfahrung dieſer Krankheit nicht gemacht haben. Sie hat mir Tiridates Liebe in noch glänzenderm Lichte gezeigt. Ich bin ganz glücklich. Er ließ mich ohne weitere Vorbereitung, feſt auf Agathokles Freundſchaft rechnend, gerade in ſein Haus füh⸗ ren; er trug mich auf ſeinen Armen aus der Sänf⸗ te in das Zimmer, das uns der freundliche Wirth ſelbſt anwies. Agathokles bewährt ſich auch jetzt, wie immer, als einen der beſten Menſchen; er empfing uns mit rührender Freude, und behandelt uns wie geliebte Geſchwiſter. Ich finde ihn ſehr verändert. Doch davon nachher. Jetzt laß mich Dir nur erzählen, daß ich ſeinen Bemühungen für alles, was er zur Erleichterung meiner Lage dien⸗ lich fand, und Tiridates zärtlicher Sorgfalt größ⸗ ten Theils meine Wiederherſtellung verdanke. Das Geräuſch, die Unruhe in der glänzenden Hauptſtadt des Orients wurde mir bald zur Laſt.