Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

261

wie von mehreren Pferden. Ich trat an ein Fen⸗ ſter, und ſah einen jungen Mann von edler Ge⸗ ſtalt, von mehreren Selaven zu Pferde beglei⸗ tet, in den Hof ſprengen. Die Fremden ſtiegen ab, es ſammelten ſich Leute um ſie; ich ſah den jungen Mann in heftiger Bewegung mit ihnen ſprechen, ſie befragen. Eine geheime Ahnung ſagte mir, wer es ſeyn könnte. Ich eilte hinaus, um ihm ſelbſt zu berichten. Leider kam ich zu ſpät. Agathokles denn Du wirſt, wie ich, errathen haben, wer der Fremde war lag ohne Beſinnung in den Armen ſeiner Begleiter. Die Leute hatten ihm die trauri⸗ ge Geſchichte ohne Vorſicht und mit allen Vergrö⸗ ßerungen und Verſchlimmerungen erzählt, die ſol⸗ che Menſchen dazu zu dichten pflegen. Ich ließ ihn in's Haus bringen. Nach einer Weile erhohlte er ſich; aber ſein Blick war wild, ſeine Reden unzu⸗ ſammenhängend. Als ich mich genannt hatte, ſchien ein Strahl von Ruhe in ſeine Seele zu fallen; er ſah mich an, ſank an meine Bruſt, und ſeine Thrä⸗ nen, die zu fließen anfingen, erleichterten ſein ge⸗ preßtes Herz. Ich trug ihm nun die Begebenheit ſo vor, wie ich ſie anſah, wie ſie eigentlich war, und wie ich ſie Dir berichtet habe. Das ſchien ihn etwas zu beruhigen; er faßte die Vorſtellung be⸗ gierig auf, daß ſeine Lariſſa nicht ſo viel gelitten