Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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dung gegen Dich an. Du biſt alſo von Natur und Glück zur Epikuräerinn beſtimmt, ja Du biſt die geborne Schülerinn dieſes Weiſen.

Mich leiteten ein düſteres Temperament, das Unglück eines herabgekommenen Hauſes, der Kum⸗ mer einer geliebten Mutter, die ihr häusliches Lei⸗ den ſtandhaft trug, der harte Zwang, unter wel⸗

chem mein Vater nach altrömiſcher Sitte das gan⸗

ze Haus hielt, zu einer ernſteren Schule. Ich glaubte in den Lehren der Stoa die Kraft zu fin⸗ den, die mich mein Loos ertragen machen ſollte. Ich ſuchte meinen Stolz darin, den Göttern das Schauſpiel eines ſtarken, mit ſeinem feindlichen Schickſal ringenden Gemüthes zu geben, 3) und ſo folgte ich mit keinem beſondern Widerwillen dem Befehle meines Vaters, als er, ohne mich zu

fragen, aus Rückſichten für ſeine übrigen Kinder,

meine Hand einem Sohne des Aniciſchen Hauſes verhieß. Serranus Anicius wurde mein Gemahl; und ich glaube, ich hatte ihn vorher kaum drey Mahl, und nie anders als in Gegenwart unſerer Verwandten geſehen. Ich fühlte keine beſondere Abneigung gegen ihn, aber eine große Reigung, meine Pflichten auf's ſtrengſte zu erfüllen. Die

Matronen des alten Noms, jene würdigen großen Geſtalt en der Vorwelt waren meine Vorbild er

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