dern Geſichtspunkte an, wir handeln nach den Re⸗ geln, die dieſe Anſicht uns an die Hand gibt, kurz⸗ wir thun beyde, nicht was wir wollen, ſondern
liebe Calpurnia, den eitlen Stolz auf Grundſätze und Syſteme aufgeben, in welchem wir ohne Ver⸗ dienſt bloß dem Antriebe der Natur folgen! Wir ſind nichts, als was die Umſtände aus uns ma⸗ chen wollen. Dich haben ſie mit einem leichten Blute, mit vielem Verſtande, und einem ſo glück⸗ lichen Verhältniß deiner Leibes⸗ und Seelenkräfte ausgeſtattet, daß das Gleichgewicht unter ihnen ſelten geſtört, und, geſtört, leicht wieder herge⸗ ſtellt wird. Zudem hat dich das Glück in einer gro⸗
ßen reichen Familie geboren werden laſſen. Die Piſonen bedürfen keiner fremden Unterſtützung. Dein Vater hat außer zwey hoffnungsvollen Söh⸗ nen, dem Stolz und den Stützen ſeines edlen Hau⸗ ſes, nur Dich, das Ebenbild einer geliebten, längſt entſchlafenen Gattinn. In Dir lebt ihm ſeine Sem⸗ pronia wieder auf, in Dir liebt er Tochter und Weib zugleich. Dich wird er nie zu einem Eheband
wünſcht, durch Dich einen dritten Sohn zu erhal⸗ ten, drängt er Dich doch nie zu dieſem Schritt, nnd wendet nicht einmahl die Waſſen der ülberre⸗
was wir eben nicht laſſen können. Laß uns doch,
zwingen, das Dein Herz verwirft; und ob er gleich


