Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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Werth. Kluges Maß, ſparſamer Genuß der Freu⸗ de, Kraft zur Entbehrung des Liebſten wenn es die Vernunft fordert, däs iſt es, was man in ſei⸗ ner Schule lernt, die bey weiten nicht ſo leicht, ſo locker iſt, als Du glaubſt. Ich, an Deinem Pla⸗ tze, zum Beyſpiel, würde nicht nach Bajä 3) ge⸗ gangen ſeyn; ich würde mir den Genuß der Freu⸗ den, die mich dort erwarteten, aus Grundſätzen verſagt haben, und meinen Geliebten lieber ſelt⸗ ner, und mit minderer Freyheit ſehen, um ihn immer ſehen zu können; den großen Vortheil ab⸗ gerechnet, daß unſere gegenſeitige Liebe dann viel länger neu und anziehend gebliöben, und mit dem Reize der Heimlichkeit gewürzt geweſen wäre.

Du ſiehſt, meine Sulpicia, daß ich beſonnener und klüger bin, als Du glaubſt, und jener Leicht⸗ ſinn, jene Kälte, die Du mir ſo oft vorwirfſt, ſind nichts als Ausübung wohl überdachter Grund⸗ ſätze. Sogar die Lehren der ſtrengen Stoa, die Du einſt ſo warm behauptet, und jetzt ſo arg verlaſſen haſt, verwerfe ich nicht. Ich erkenne z. B. ganz die tiefe Wahrheit des Satzes, daß man alle Güter

3 der Erde an einen ſolchen Hrt ſtellen ſoll, woher ſie das Schickſal nehmen Fann, ohne das Gebäude unſerer Ruhe zu erſchüttern.*) An dieſen Platz nun würde ich, wenn ich je liebte und das könnte ſich