ſe eitle Menſchen, eiferſüchtig iſt, erfährt, was auf ſeiner Villa vorgeht— und wie leicht iſt das nicht,
da Deine Leute darum wiſſen müſſen!— wird er nicht koben, raſen und ein Aufſehen machen, das Wich dem boshafteſten Gelächter der Stadt Preis geben, Dir die Herrſchaft über ihn, die allein Dei⸗ ne häusliche Ruhe ſichert, entreißen, und Dir den Aufenthalt bey ihm vollends unerträglich machen wird? Willſt Du Dich⸗ dann von ihm trennen? Wird das Dein Vater zugeben, der in die Ver⸗ bindung mit der Aniciſchen Familie ſeinen Stolz ſetzt? Und was ſteht Dir dann für ein Leben bevor? Es iſt wahr, Du kannſt in Rom Deinen Ti⸗ ridates weder ſo oft noch ſo ungeſtört ſehen, als Dein Herz wünſchen mag. Dein Mann, die Freun⸗ de Deines Mannes, Deine Verwandten, die Dich beſuchen, ſind öfters zugegen. Das iſt aber auch das Einzige, was Du zu ertragen haſt; und, auf⸗ richtig geſprochen, liegt nicht ſelbſt in dieſer Stö⸗ rung, in dieſen Entbehrungen gans eigentlich die Würze der Liebe, die wohl ohne ſte gewiß nicht halb ſo warm und reizend ſeyn würde?
Du nennſt mich immer dle Leichtſinnige, die
Epikuräerinn, aber Du kennſt entweder die Leh⸗ ren dieſes Weiſen nicht in ihrem ganzen Uumfange, oder Du ſchließeſt die Augen abſichtlich vor ihrem


