— 16 denn wohl ereignen— auch meinen Geliebten ſtel⸗ Len; denn der gehört ja, wie Dein Beyſpiel mich lehrt, ganz yorzüglich zu den edelſten Gütern des Lebens
Doch was helfen alle dieſe Vorſtellungen? Was hälfe die Beredſamkeit eines Cicero gegen die Macht einer Leidenſchaft, deren zerſtörende Wirkungen ich mit Bedauern an meinen Freunden erfahre, und vor der mich die gütigen Götter bewahren mö⸗ gen Ohne alſo nur im Geringſten zu hoffen, daß mein Brief Dich bekehren werde, will ich bloß hier⸗
mit die Pflicht der Freundſchaft erfüllt, und Dich gewarnt haben zugleich aber Dich verſichern, daß, was auch der Ausgang der Begebenheiten ſeyn mö⸗ ge, meine Liebe zu Dir unverändert bleiben wird, und daß ich meinen Stolz darein ſetzen werde, wenn— was die Götter verhüthen!— die Sache ſchlimm abläuft, Dich nie zu verlaſſen, und aus allen meinen Kräften Dein böſes Schickſal entwe⸗ der abzuwehren, oder redlich mit Dir zu tragen. Leb wohl!


